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RomaniPhen Newsletter Frühling 26

Bild: Solidarität mit den von Abschiebung bedrohten Rom:nja Flüchtlingen, 

die das Denkmal besetzt hatten, 2016

feministisch, rassismuskritisch und empowernd!

Liebe Freund:innen und Unterstützer:innen,


Wir freuen uns sehr, euch unseren Frühlings-Newsletter zu präsentieren.


Wir nähern uns bereits der Jahresmitte und möchten euch über alles informieren, was in den vergangenen Monaten in der RomaniPhen-Community geschehen ist.


In dieser Ausgabe findet ihr einen Bericht über unsere Forschungsreise nach Serbien, die wir im Rahmen des Projekts Digitale Spurensuche durchgeführt haben, sowie einen Rückblick auf die beiden Filme, die wir in den letzten Monaten zu den Themen Erinnerung und politischer Aktivismus gezeigt haben – neben weiteren Neuigkeiten.


Ein besonderes Highlight ist die Rückkehr der Veranstaltungsreihe der Romani Akademie, die mit dem Vortrag von Prof. Dr. Iman Attia, Antimuslimischer Rassismus, am 25. Juni um 18:00 Uhr in unserem Archiv eröffnet wird. Wir hoffen sehr, viele von euch dort persönlich begrüßen zu dürfen. Achtet auf die Ankündigung der nächsten Vorträge des Programms, die in Kürze folgt.


Außerdem führen wir eine neue Rubrik in unserem Newsletter ein: einen Bereich, in dem wir Projekte und Materialien von außerhalb unserer Organisation empfehlen.


Wir wünschen euch viel Freude mit dieser Ausgabe sowie einen schönen Ausklang des Frühlings und einen guten Start in den Sommer.


In Solidarität 


RomaniPhen e.V.


Neuigkeiten

Recherche im Archiv Jugoslavija

Recherche im Archiv Jugoslavija

Recherchereise

Digitale Spurensuche -Romani Stimmen am Berliner Denkmal 

Ende April bis Anfang Mai waren wir auf Recherchereise in Serbien, insbesondere in Belgrad und Niš, unterwegs. Dabei konnten wir die ehemaligen Lagerorte Staro Sajmište und Crveni Krst besuchen und uns direkt vor Ort mit ihrer Geschichte sowie dem heutigen Umgang mit diesen Orten auseinandersetzen.

 

Ein besonders bereichernder Teil der Reise waren die Begegnungen und Gespräche mit verschiedenen Personen aus den Rom:nja Communities, die mit uns über Erinnerungskultur gesprochen und ihre persönlichen Perspektiven an die Geschichte geteilt haben.


Außerdem haben wir im Archiv Jugoslavija intensiv recherchiert. Dort konnten wir über 600 Aussagen von Rom:nja-Überlebenden des Zweiten Weltkriegs einsehen. Diese stammen aus den Unterlagen der damaligen „Landeskommission Serbiens zur Feststellung der Verbrechen der Besatzer und ihrer Helfer“ aus dem Jahr 1945. Ergänzend dazu haben wir auch Materialien aus dem Historischen Archiv erhalten.


Die vielen Eindrücke und gesammelten Informationen werden nun sorgfältig ausgewertet, geordnet und aufbereitet, um sie anschließend in unserer App „Talking Memories“ sichtbar und zugänglich zu machen.

     
     

Rückblick

Vernetzungstreffen und Arbeitssitzungen zur politischen Bildung der Romani Akademie

In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) und der Humboldt-Universität zu Berlin haben wir in den vergangenen Wochen zwei wegweisende Werkstätten zur Reflexion der Praxis, Bedingungen und Bildungsmaterialien politischer Bildungsarbeit organisiert. Eine Werkstatt führten wir mit Romani und Sinti Bildner:innen direkt aus der Praxis der politischen Bildungsarbeit, eine mit Vertreterinnen der bundesweiten Verbände durch.


Vernetzungstreffen für Romani und Sinti politische Bildner:innen – 25./26. April 2026

Unser zweitägiges Vernetzungstreffen in der Kreuzberger Kinderstiftung war ein voller Erfolg. Gemeinsam mit Romani und Sinti Bildner:innen aus verschiedenen Kontexten haben wir uns über Formate, Inhalte und die strukturellen Bedingungen unserer Arbeit ausgetauscht. Die Gruppe hat beschlossen, weiter zusammenzuarbeiten und das nächste Treffen findet bereits im Juni statt. 


Arbeitstreffen der Romani und Sinti Verbände zur Politischen Bildung am 20. Mai 2026

Das Arbeitstreffen an der Humboldt-Universität zu Berlin war ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung communitybasierter politischer Bildung. Gemeinsam mit den Vertreter:innen der Romani und Sinti Verbände haben wir Kritiken, Herausforderungen und innovative Strategien im Bereich Rassismus gegen Sinti:zze und Rom:nja diskutiert und erste Empfehlungen bzw. Standards entworfen und miteinander diskutiert.

Wir freuen uns auf diese Weise die Entwicklung einer rassismuskritischen, reflektierten und communitiesbasierten Wissensproduktion und Praxis in der politischen Bildung voranzutreiben.  

     
     

Vernetzungstreffen für Romani und Sinti politische Bildner:innen

Arbeitstreffen an der Humboldt-Universität zu Berlin

Vernetzungstreffen für Romani und Sinti politische Bildner:innen

Arbeitstreffen an der Humboldt-Universität zu Berlin

   
     

Dokumentarfilm „Gemeinsam sind wir stärker"

Im Rahmen des Projekts „Gemeinsam sind wir stärker" von RomaniPhen, gefördert von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), wurde der Dokumentarfilm „Gemeinsam sind wir stärker" realisiert. Der Film macht die Stimmen und Perspektiven von Romnja* und Sintizze* sichtbar und hörbar. Im Mittelpunkt stehen ihre Erfahrungen, ihre Kämpfe und ihre kontinuierliche politische und gesellschaftliche Arbeit. Die Protagonistinnen formulieren dabei klare Forderungen an Politik und Gesellschaft, die notwendig sind, um ein gerechteres und solidarischeres Miteinander zu ermöglichen.


Besonders wichtig an diesem Film ist seine Entstehung: Es handelt sich um einen Film von Romnja* und Sintizze*, mit Romnja* und Sintizze*. Ihre Perspektiven werden nicht von außen erzählt, sondern selbstbestimmt und aus der eigenen Community heraus. Dadurch entsteht ein Raum für Wissen, das sonst häufig übergangen wird. 


Er trägt dazu bei, Sichtbarkeit zu schaffen und die Stimmen von Romnja* und Sintizze* als Expertinnen ihrer eigenen Lebensrealitäten anzuerkennen. 


Konzept: Estera Sara Stan und Roxie Thiele-Dogan 

Kamera und Schnitt: Lucía Alfaro Valencia 

Ton: Yaela Gottlieb 


Ein Projekt von RomaniPhen. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) gefördert

Kurzfilm

Unterbrechung des Gedenken

   

Unterbrechung des Gedenkens ist ein 20-minütiger Kurzfilm, der aus einer konkreten Bedrohung heraus entstanden ist: Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti*zze und Rom*nja Europas sollte zugunsten einer S-Bahn-Linie verlegt bzw. zerstört werden. Was hier verhandelt wurde, öffnet die grundlegende Frage, ob Gedenken unterbrochen oder verschoben werden kann. Gerade Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Erinnerung an die in der NS-Zeit ermordeten Sinti*zze und Rom*nja. Dass dieses Denkmal überhaupt in Berlin steht, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Film sammelt Stimmen von Überlebenden, von Angehörigen von Überlebenden, von Mitstreiter*innen und Aktivist*innen aus den Communities. Sie sprechen darüber, was das Denkmal für sie bedeutet: als Ort des Gedenkens, der Kontinuität und der Würde – und als Ort, dessen Existenz immer wieder infrage gestellt wird. 


Von Estera Sara Stan  

Unterstützt von RomaniPhen  Schnitt: Florian Seidel 

Gefördert von Stiftung Denkmal

   

Veranstaltungen

Romani Akademie

Antimuslimischer Rassismus - Vortrag von Prof. Dr. Iman Attia

Donnerstag, 25 Juni 2026

Uhrzeit: 18:00

Ort: RomaniPhen Archiv, Karl - Kunger - Str. 17, 12435 Berlin

Antimuslimischer Rassismus (amR) greift auf eine lange Geschichte zurück. Aktuelle Argumentationen und Maßnahmen, wie etwa im Zusammenhang mit der inter-/nationalen Sicherheit oder dem Geschlechterverhältnis, greifen auf Jahrhunderte alte Diskurse zurück. Sie sind in die jeweiligen Welterklärungsmodelle eingebettet und dienen spezifischen Herrschaftsinteressen. AmR ist, zusammen mit anderen Rassismen, strukturell in moderne Nationalstaaten, institutionell in Routinen und Normierungen sowie kulturell in eurozentrisches Wissen eingegangen. Im amR werden gesellschaftliche Verhältnisse in einer Weise mit Religion, Herkunft und Kultur (um)gedeutet, die Nicht-/Zugehörigkeit sowie Unterdrückung und Ausbeutung bzw. Privilegien rechtfertigen. Rassismuserfahrungen von Menschen, die (nicht) als Muslim*innen adressiert werden, weichen häufig von der Fremdwahrnehmung ab. Die Analyse von Rassismus kann daher zwar herrschende Politiken, Praktiken und Meinungen in den Blick nehmen und Massnahmen dagegen empfehlen. Sie muss aber ebenso die Analysen von (als) Muslim*innen (Markierten) zentral berücksichtigen, um den Miss- und Umdeutungen adäquatere Problemdefinitionen und Handlungsoptionen gegenüberzustellen. 


Prof. Dr. Iman Attia arbeitet im Bereich Rassismustheorien und rassismuskritische Erinnerungs- und Bildungsarbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin, mit einem interdisziplinären, interrelationalen und intersektionalen Forschungsschwerpunkt auf antimuslimischen Rassismus. Außerdem entwickelt sie mit wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich engagierten Personen und Communitys zusammen erinnerungspolitische Angebote aus den Perspektiven rassifizierter und diasporischer Bewegungen.


Leider ist unser Raum nicht barrierefrei. Bei Bedarf können wir einen Zoom-Link anbieten, um die Vorlesung online zu verfolgen.


Anmeldung unter: info@romnja-power.de 


Plätze sind begrenzt – meldet euch jetzt an! 


Eine Veranstaltung der Romani Akademie


Empfehlungen

Buch

Sinti* und Roma* Zugänge der Politischen Bildung 

Mit Beiträgen von Tayo Awosusi-Onutor und Hajdi Barz sowie weiteren Autor*innen.


„Die angemessene Vermittlung der Geschichte und Gegenwart von Sinti* und Roma* soll laut gemeinsamer Erklärung der Kultusministerkonferenz und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma zukünftig in den Curricula fest verankert und auch prüfungsrelevant werden. Anhand konkreter Unterrichtsmaterialien, hilfreicher didaktischer Kriterien und authentischer Sachinformationen eröffnen mehrheitlich communitybasierte Beiträge praxisnahe Zugänge der Politischen Bildung zum sensiblen wie heterogenen Themenfeld, führen in relevante Konfliktlinien ein und verweisen auf ergiebige Perspektiven der Bürgerrechtsbewegung von Sinti* und Roma*.“

     
     

Open Call

Brave-Space-Atelier „Romano Kelipen“ 

Brave-Space-Atelier „Romano Kelipen“ –Open Call Junge Rom*nja & Sinti*zze nehmen sich Raum in Berlin 


Du bist 18–27 Jahre alt und lebst in Berlin?


Du willst kreativ sein, dich bewegen, laut sein – und andere junge Rom*nja und Sinti*zze treffen?


Dann ist das Brave-Space-Atelier „Romano Kelipen“ für dich.


Von Juni 2026 bis Januar 2027 öffnen wir einen künstlerischen Raum im Grünen Salon der Volksbühne. Das Atelier wird von Rom*nja und Sinti*zze geleitet und richtet sich an junge Romnja und Sinti*zze, die sich ausprobieren, kreativ arbeiten und gemeinsam etwas Eigenes entwickeln möchten.


Ein „brave space“ ist mehr als ein Treffpunkt.
Es ist ein Raum, in dem du dich zeigen kannst, wie du bist – und in dem du dein Umfeld aktiv mitgestalten kannst.


Was dich erwartet

Das Atelier ist kein klassischer Workshop, sondern ein gemeinsamer Prozess.
Hier kannst du experimentieren, Kunst machen und deine Perspektiven in die Berliner Kulturszene einbringen.

Du brauchst keine Theatererfahrung.
Wichtig sind Neugier und Lust, gemeinsam mit anderen etwas zu entwickeln.


Wer kann mitmachen?

Das Projekt richtet sich an junge Rom*nja und Sintizze (18–27 Jahre), die in Berlin leben und Interesse daran haben, sich künstlerisch auszudrücken und mit anderen zusammenzuarbeiten.


Wie ist das Programm aufgebaut?

Das Atelier besteht aus mehreren Modulen, die aufeinander aufbauen.
Schritt für Schritt entwickelt ihr gemeinsam Ideen, künstlerische Formen und ein eigenes Projekt.


Was du mitnehmen kannst

  • künstlerische Erfahrung in verschiedenen Bereichen

  • neue Kontakte und Zusammenarbeit mit anderen jungen Rom*nja und Sinti*zze

  • Sicherheit im Ausdruck (Körper, Stimme, Präsenz)

  • Einblicke in künstlerische Arbeitsprozesse

  • eine Teilnahmebestätigung für Bewerbungen

Wann & wo

Zeitraum: Mai/Juni 2026
September 2026 - Januar 2027
Juli und August - Sommerpause.

Treffen: 1× pro Woche (Nachmittag/Abend, Termin gemeinsam festgelegt)


Orte: Grüner Salon, Volksbühne (Mitte)
Berlin - tbc (Kreuzberg/Neuköln)


Wie kannst du mitmachen?

Melde dich einfach bei uns:

WhatsApp / Signal / Telegram: +491712710217
E-Mail: info@romnjatheater.de

Schick uns kurz:

  • deinen Namen

  • dein Alter

  • deine Telefonnummer

Wir melden uns bei dir, erklären alles in Ruhe und schauen gemeinsam, was du brauchst (z. B. Sprache, Zeiten oder Unterstützung).

Es gibt 10–15 Plätze.
Wenn du unsicher bist, ob das Projekt zu dir passt, schreib uns einfach.


Fight like Raymond Gurême

Neues Buch und Poster von Anna Rabko

Neues Bildband und Poster über das Leben des Roma Widerstandskämpfers und Partisanen Raymond Gureme


"I believe Roma are meant to be happy. I believe it’s part of the culture—at least, it’s his culture. Raymond Gurême was making people happy since childhood. With his music, his acrobatic tricks, his horse magic in the circus. Some parts of his life were very difficult, and he showed how strong he could be. After that, he spent his life rebuilding what was stolen. Raymond built a home for so many horses, a big family—and he shared his happiness with all of us. We never thought about what he had, but how much he gave us was always visible. His caravan has become a museum now, because everyone should know and see how beautiful life can be! Raymond gave us his lessons: we are not allowed to discriminate against anyone. Killing people is illegal. Any kind of hate you grow may kill you. You must resist! Thank you for being so rich with love, respect, and care.

We will resist!"

     
     
   

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Falls Sie eine Spendenquittung benötigen senden Sie eine email an: info@romaniphen.de

   
   
   
   

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